Werne Die Verkehrssicherheit geht vor. Daher scheitert eines der wohl ehrgeizigsten Projekte der hiesigen Wirtschaftsförderung: die Gestaltung von Kreisverkehren entlang der Nordlippestraße mit festen Einbauten. Auch Kreisel-Kunst wird’s im Verlauf der L 518 nicht geben – anders als geplant und sicherlich auch hübsch anzusehen.
Das Projekt wurde seit Jahren verfolgt. Es gab bereits Ideen zur Gestaltung der Innenflächen sowie Sponsoren, mit deren finanziellen Hilfe sie umgesetzt werden sollten. „Da steckt eine Menge Herzblut drin“, sagt Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht. Und so größer sei denn auch die Enttäuschung gewesen, als jüngst ein Brief vom Landesbetrieb Straßen.NRW ins Haus geflattert sei. Darin teilt der Baulastträger für Wernes Umgehung mit, dass feste Einbauten außerhalb geschlossener Ortschaften nicht zugelassen werden können. Begründung: zu gefährlich. Einer Umgestaltung mit Grün-Elementen stehe indes nichts im Wege.Kopfschütteln im Stadthaus
Das Schreiben rief zunächst Kopfschütteln im Stadthaus hervor. So sind feste Kreisel-Einbauten andernorts auch abseits von Ortschaften keine Seltenheit. Die WA-Nachfrage beim Landesbetrieb ergab: 2013 hat sich die Genehmigungspraxis für derlei Ansinnen geändert. Anlass sind demnach Unfallhäufungen. „Es gibt einfach zu viele Autofahrer, die die Kurve nicht kriegen“, sagt Christine Anstötz, Abteilungsleiterin Betrieb und Verkehr bei der Straßen.NRW-Zulassung Ruhr in Bochum. Das Verbot fester Einbauten gelte landesweit, in Einzelfällen habe man Kreisverkehre nach Prüfung sogar schon zurückbauen lassen. Wie oft Kreisel durch Unachtsamkeit „überfahren“ werden, kann Anstötz nicht sagen. Sie betont aber, dass bei ungewollter Geradeausfahrt die Verletzungsgefahr für die Pkw-Insassen ungleich größer sei, wenn das Fahrzeug vor ein fest eingebautes Hindernis pralle. Durch Senkung der Geschwindigkeit vor Überland-Kreiseln, denen man sich zumeist mit Tempo 70 nähern könne, verliere derlei Verkehrsführung an Akzeptanz, so Anstötz weiter. Dazu dürfe es nicht kommen. Die Unfallgefahr durch eine aufwändigere Beschilderung zu senken, sei ebenfalls kaum möglich: „Die Beschilderung ist ausreichend, wenn die Autofahrer mit der gebotenen Konzentration unterwegs sind.“
Gestaltungsentürfe für drei Kreisel
Für drei der insgesamt sieben Kreisverkehre entlang der Nordlippestraße gab’s laut Brautlecht schon konkrete Gestaltungsentwürfe. Allen voran sollte an den Abbiegungen Münsterstraße (B 54) eine Skulptur von Alfred Gockel errichtet werden. Der Lüdinghauser Künstler hat unter anderem schon einen Kreisverkehr in Selm gestaltet und ist durch den „Gelben Engel“ am Kamener Kreuz einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Sei kurzem ist an der A1-Anschlussstelle Münster-Hiltrup eine weitere Skulptur des Malers und Bildhauers zu sehen. Welche zwei weiteren Kreisel umgestaltet werden sollten, lässt Brautlecht offen, um die Anonymität der Sponsoren zu wahren. So sollten die Einbauten hier optisch auf die jeweils in dem Bereich angesiedelten Unternehmen verweisen.